Käse-Cracker mit Zwiebel-Marmelade

Das Auge isst mit. Ich denke, diese Redewendung hat jeder schon mehr als einmal gehört. Natürlich tut es das, ein Reflex der uns sicher schon des Öfteren das Leben gerettet hat. Sieht komisch aus? Erst mal vooorsichtig… ah ne, schmeckt nicht, wird ausgespuckt. Nächstes Essen probieren. Unsere Augen sind also Sinnesorgan Nummer 1, wenn es um die Wahl der Nahrung geht. Sie entscheiden ob hop oder top. Dann kommen die Nase und dann erst die Wahrnehmung über die Zunge. Und ja, manchmal kommt auch die Nase vor den Augen – das liegt jetzt aber nicht an der Größe selbiger. 😉

Test: Mit Honig und Thymian karamelisierte rote Zwiebeln, die mit Rotweinessig abgelöscht und saft eingeköchelt werden. Auf einem rustikalen, mürben, salzigem Keks aus Roggenmehl. Gekrönt wird dieser kleine Leckerbissen von einem kleinen Berg geschmolzenen Gorgonzolas… Merkt die Zunge da etwas?

Herzhaftes Gebäck: Käse-Cracker mit Blauschimmelkäse
So, jetzt dürfen die Augen auch wieder mitmachen: Käse-Cracker mit karamellisierten Zwiebeln.

Gerade heute wird der Optik des Essens immer mehr Wert aufgebürdet. Petersiliensträußchen sind out, Minimum ist eine farblich harmonierende Buddha-Bowl oder irgendwas mit Avocado. Immer noch. Oder auch: Flüßiges Eigelb, Frühstück im Bett mit mehrstöckigen Torten (?) und natürlich der obligatorische Kaffee irgendwas/Matcha Latte. Find ich jetzt grundsätzlich auch schön. Nur: Was haben diese Bilder mit der Realität zu tun? Fotos von (schönem) Essen bedeuten für mich (und die Mitesser) immer nur eins: Kaltes Essen. Zerschnitten, mit irgendwas Fragwürdigem dekoriert. Wer will schon Sahne und essbare Blüten auf seinem Stück Kuchen? 😉

Genug Kulturpessimismus – mir fiel nur gerade wieder auf, wie ersetzlich manche Bilder sind. Und wie wenig wert gelegt wird auf das, was als zweites oder drittes kommt. Es ist nicht immer das sofort Wahrnehmbare das uns zum Ziel bringt und glücklich macht. Manchmal ist ein bisschen weniger Perfektion einfach mehr. Nicht, dass diese Cracker nicht perfekt wären. 🙂

Gegen Perfektionismus: Zwiebelmarmelade aus Roggen-Keksen. Mit Blauschimmelkäse überbacken...
Keine perfekte Optik, dafür ist es – für mich – der Geschmack.

Warum die herzhaften Kekse ein super Begleiter zum Aperitif sind, kommt nach dem Rezept.

Rezept Zwiebelmarmelade

  • ca. 500 g rote Zwiebeln, geschält, halbiert und in feine Ringe geschnitten
  • 1-2 TL Puderzucker
  • 1 TL Honig
  • ca. 30 ml Rotweinessig
  • ein Schluck Rotwein
  • etwas Mehl
  • Salz
  • Thymian
  • Rosmarin

Den Puderzucker in eine beschichtete Pfann sieben und bei mittlerer Hitze schmelzen. Sobald er flüssig wird, dürfen die Zwiebeln mit in die Pfanne. Ein paar Minuten gut anbraten, mit etwas Mehl bestäuben und dann mit Essig und Rotwein ablöschen. Die Kräuter, den Honig und das Salz zugeben und dann bei niedriger Temperatur einköcheln lassen. Es soll keine oder nur noch kaum Flüssigkeit zu sehen sein. Zum Abkühlen zur Seite stellen.

Rezept Cracker

Mehle, Backpulver und Salz in einer Schüssel mischen. Die restlichen Zutaten zugeben und zu einem festen Teig verkneten. Ca. 1-1,5 cm dick ausrollen und mit einem runden Förmchen (3,5 cm Durchmesser) ausstechen.

  • 50-100 g Blauschimmelkäse (z.B. Gorgonzola, es geht aber auch jeder andere)

Die Teig-Kreise mit etwas Zwiebelmarmelade belegen und dann ein Stückchen Käse darauf legen. Im vorgeheizten Ofen bei 180 °C Ober- und Unterhitze für ca. 20 Minuten backen. Kurz auskühlen lassen und genießen. Luftdicht verpackt halten sich die Kekse ein, zwei Tage im Kühlschrank. Notfalls einfrieren und bei Bedarf im Ofen oder auf dem Toaster aufbacken.

Nun zum werbenden Teil des Artikels: Diese Kekse kann man sich einfach so gönnen, oder als Vorspeise zu einem kleinen Salat. Man kann sie aber auch super in ein Buffet integrieren oder als Snack am Spieleabend anbieten. Die Zwiebelmarmelade ist herrlich süß-sauer mit ein wenig Schärfe (kommt durch die Zwiebel selbst, kann man aber auch schön mit etwas Chili betonen). Der Käse bringt einen schönen salzigen Touch. Und über den Cracker selbst brauchen wir gar nicht reden, der ist eh super. Man kann ihn auch als Grundlage für andere Toppings nutzen.

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Annabelle

Liebt es in der Küche zu stehen, hat ein großes Herz (und einen großen Magen) für Kuchen, kocht aber auch sehr gerne (wegen des Magens, der nicht immer auf Kuchen steht ;)). Sonstiges: (Koch-)Bücher, Fotografie, Obst-& Gemüse-Anbau.

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