Herbstbote: Zwetschgendatschi

Aktuell sind sie überall: Äpfel, Birnen, Tomaten und vieles mehr. Die Natur scheint es gut zu meinen. Und auch die Zwetschgenbäume die direkt neben der Kunstmühle in Fahlenbach stehen, biegen sich unter der Last der Früchte. Eng an eng hängen sie dort nebeneinander. Matt und dunkelblau bzw. lila verstecken sie sich hinter den Blättern. Manche sonnen sich auch noch ein letztes Mal, bevor sie in meinen Eimer landen. Ein paar der Zwetschgen liegen schon auf dem Boden – dieser Geruch ist in meinem Gedächtnis eingebrannt, so einprägsam süß-säuerlich. So riechen die Vorboten des Herbsts.

Die Bäume stehen nicht weit von der Straße und ich kann die Menschen beobachten die vorbei fahren. Vor allem aber diejenigen, die an der Ampel stehen, denn die Brücke vor der Mühle wird ja zur Zeit neu gebaut. So sehe ich also den stoppenden und wieder anfahrenden Autos und Rädern zu, während ich unter dem Zwetschgenbaum stehe und eine Frucht nach der andere pflücke.

Zwetschgen für einen einfachen Hefe-Datschi

Alle anderen Zwetschgen sind im Kuchen gelandet. Diese hier wurden mein Frühstück. Mit Haferflocken natürlich. 😉

So gerne ich auch in der Küche herumexperimentiere, manchmal muss es einfach ein traditionelles Gericht sein. Ein Kuchen aus meiner Kindheit ist der Zwetschgendatschi, den es im Spätsommer immer gab. Da führte kein Weg daran vorbei. Und das war auch gut so. Hauchdünner Hefeteig auf dem die Zwetschgen sich dicht drängten. So saß die Familie dann unter den Kastanien bei meinen Großeltern zusammen. Nicht zu vergessen: die Schlagsahne (die ich nicht mochte) und die Wespen (vor denen ich meinen Kuchen retten musste). Zwetschgen lassen mich automatisch an eine unbeschwerte Kindheit denken. An Kastanien, die über mir hängen in ihren grünen, stacheligen Panzern. An warme, sonnige Tage und kühle Abende, an denen die Familie im Garten zusammensaß.

So darf der Herbst ruhig kommen: Zwetschgendatschi

Mein Hefeteig ist dann doch dicker als der in meiner Erinnerung. 😉

Diesen Hefeteig habe ich auch wieder mit Joghurt gemacht, da mir bei den Khachapuri die Konsistenz so gut gefiel. Auch dieses Mal ist der Teig schön saftig. Statt Zucker habe ich mich für Honig entschieden, was auch gut angekommen ist. Durchaus zur Wiederholung geeignet, das Hefeteig-Rezept. Anders als früher, aber dennoch gut und nicht im Widerspruch dazu stehend. 😉

Ein ganzes Blech voll Zwetschgendatschi-Glück

Ein Blech voll Zwetschgen-Glück. <3

Rezept

400 g Dinkelmehl 630
150 g Joghurt
1 Ei
50 g Butter
70 g Honig
10 g Hefe
Zitronenschale
ca. 1,5 kg Zwetschgen, geputzt, entsteint (gewogen aber mit Stein), 7 Stück blieben übrig
1 EL Rohrzucker und 1/2 TL Zimt

Mehl, Joghurt, Ei, Honig, Zitrone und Hefe miteinander zu einem festen Hefeteig vermischen, diesen ca. 5 Minuten auf Stufe 1 kneten. Gegen Ende die Butter stückchenweise zugeben. Den Teig dann 3 Minuten auf Stufe 2 kneten. Ca. 1 Stunde gehen lassen und dann auf einem Blech ausrollen. Die Zwetschgen halbieren und auf den Teig legen, mit dem Zimtzucker bestreuen. Im Ofen bei 200°C Ober- und Unterhitze ca. 30 Minuten backen. Dabei in den letzten 5 Minuten die Ofentür ein wenig geöffnet lassen, falls die Früchte zuviel Wasser verloren haben.

Noch leicht warm genießen, am besten draußen in der Sonne. 🙂

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Annabelle

Liebt es in der Küche zu stehen, hat ein großes Herz (und einen großen Magen) für Kuchen, kocht aber auch sehr gerne (wegen des Magens, der nicht immer auf Kuchen steht ;)). Sonstiges: (Koch-)Bücher, Fotografie, Obst-& Gemüse-Anbau.

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