Weihnachtlicher Ofenschlupfer

Gebt es zu: Der Begriff ist ansprechend und hat euch dazu verleitet weiter zu lesen. 😉 Ofenschlupfer klingt nach etwas Warmen und irgendwie auch vielversprechend. Nach unter der Decke einkuscheln während es draußen kalt ist und leise schneit.

So passiert es auch mit den Weißbrotresten: Diese dürfen sich unter einer Schicht aus Ei, Milch und etwas Zitronenschale zusammenkuscheln. Ein paar Cranberrys und andere Trockenfrüchte sowie eine Schicht gehackter Mandeln leisten dem Brot Gesellschaft. Frisch aus dem Ofen, noch dampfend heiß, passt eine Kugel Vanilleeis perfekt zu einem Stück Ofenschlupfer. Dazu darf es dann draußen auch gerne schneien.

Ein Stück Ofenschlupfer, auch Brotpudding oder Scheiterhaufen genannt, ist ein schnelles und einfaches Mittel zur Altbrotverwertung.

Zwei Klassiker, die euch sicher in der Zeit zwischen Weihnachten und Neujahr über den Weg laufen werden, sind Fondue und Raclette. Bei beiden bleibt uns immer jede Menge Weißbrot bzw. Ciabatta übrig. Manchmal schafft man es die Reste zu essen, leider aber nicht immer. Und da Baguette und Konsorten gerne recht schnell austrocknen, muss man sich neue und kreative Wege zur Verwertung überlegen. 😉

Gut, neu ist die Idee vom Ofenschlupfer bzw. Brotpudding nicht. Gerade früher, als noch nicht so oft unter der Woche, sondern eher einmal im Monat gebacken wurde, gab es viele Rezepte mit Altbrot. Durch die Möglichkeit täglich frisch an Brot zu kommen, sind diese Altbrotverwertungen langsam im Vergessenheit geraten. Zu Unrecht, wie ich finde. Und so sammle ich hier weiter fleißig süße und herzhafte Rezepte mit trockenem Brot. Bei meinem Shakshuka-Rezept habe ich auch schon eine kleine Liste zur Resteverwertung angelegt.

Am Ende dieses Rezepts, also unten auf der Seite, bei den Schlagworten (Tags) könnt ihr durch einen Klick auf den Begriff „Resteverwertung“ ebenfalls zu den entsprechenden Artikeln kommen.

Für den Ofenschlupfer braucht man auch nur eine Schüssel und eine Form; also fast nichts zum Abspülen. 😉

Dieses Gericht ist so unheimlich schön variabel: Alter Hefezopf, ein paar übrig gebliebene Kekse oder Plätzchen finden im Brotpudding Unterschlupf. Statt Äpfeln kann man auch Birnen nehmen, oder auch ganz ohne Obst und dazu Rotweinzwetschgen servieren. Oder nur einen Teil des Ofenschlupfers mit Rosinen bestücken – dann aber auch kennzeichnen! Sonst gibt es ein böses Erwachen für die Anti-Rosinen-Fraktion. 😉

Gerade an den Feiertagen sollte eine Komponente des Menüs doch einfach sein. Dieses Dessert ist es auf jeden Fall und kann auch am Abend vorher schon vorbereitet werden.

Rezept

  • 200 ml Milch
  • 250 g Altbrot ohne Rinde, gewürfelt
  • 3 Eier (M)
  • Schale einer halben Zitrone
  • ca. 2 EL Zitronensaft

Die Zutaten miteinander in einer Schüssel vermischen und für ca. 1 Stunde stehen lassen. Ab und zu vorsichtig umrühren.

  • 650 g Äpfel, entkernt (ca. 5 Stück)
  • 50 g getrocknete Früchte (Cranberrys, Blaubeeren, Aprikosen,…)
  • ca. 1 EL Rohrohrzucker
  • eine Handvoll Mandeln, grob zerkleinert

Die Äpfel vierteln, in feine Scheiben schneiden oder hobeln und zusammen mit den Früchten unter die Ei-Milch-Brotmasse heben. Wer mag kann noch einen TL Zimt zugeben. In eine gut gefettete Kastenbackform füllen und mit dem Rohrohrzucker und den Mandeln bestreuen. Im vorgeheizten Ofen bei 180 °C Ober- und Unterhitze ca. 60 Minuten backen. Sofort servieren. Dazu passt: Vanillesoße, Sahne oder Eis.

Alle drei auf einmal gehen natürlich auch. 🙂

Die Nachspeise kann man notfalls auch auf die Couch verlegen. Nur so als Profi-Tipp. 😉

Tags:,

Trackback von deiner Website.

Annabelle

Liebt es in der Küche zu stehen, hat ein großes Herz (und einen großen Magen) für Kuchen, kocht aber auch sehr gerne (wegen des Magens, der nicht immer auf Kuchen steht ;)). Sonstiges: (Koch-)Bücher, Fotografie, Obst-& Gemüse-Anbau.

Kommentare (2)

  • Lisa

    |

    Liebe Annablle, hast Du vielleicht auch ein Rezept für bayerische Schuxen? Das Mehl hab ich bei euch schon gefunden. Ich habe einige Rezept im Internet gesehn, aber die sind anders als die von meiner Oma. Die hat in Long Beach hinter Marzling gewohnt. Die Schuxen sind, glaub ich, eher in Niederbayern zu Hause.
    Liebe Grüße und danke, dass Du diesen wundervollen foodblog schreibst. Er ist eine wahre Bereicherung meines Lebens! 🙂 Lisa

    Reply

    • Annabelle

      |

      Liebe Lisa,

      erst einmal noch ein gutes neues Jahr! Vielen Dank für deine Nachricht. 🙂
      Ich muss zugeben: Schuxen habe ich bisher noch nicht gebacken, sie stehen aber ganz weit oben auf meiner Liste. Ein Rezept dazu habe ich bisher nur aus dem Bayerischen Kochbuch: 250 g Weizenmehl, 250 g Roggennudelmehl, Sauerteig, Salz, Milch oder Buttermilch oder Quark (hier fehlen die Mengenangaben leider). Aus Mehl, Sauerteig und Flüssigkeit einen mittelfesten Teig herstellen, diesen mind. 1 Stunde gehen lassen. Dünne Flecken ausrollen und diese noch einmal 30 Minuten gehen lassen. Im heißen Fett goldgelb backen.
      Gib mir gerne Bescheid, ob es geklappt hat – ich werde mich die Tage auch einmal daran wagen. 🙂
      Liebe Grüße
      Annabelle

      Reply

Kommentieren

Dieses Formular speichert Name, E-Mail und Inhalt, damit wir den Überblick über auf dieser Webseite veröffentlichte Kommentare behalten. Für detaillierte Informationen, wo, wie und warum wir deine Daten speichern, wirf bitte einen Blick in unsere Datenschutzerklärung.