Grüner Teller: Bärlauch-Spätzle

Vor einigen Jahren war der Bärlauch die Modepflanze schlechthin. Was nicht alles mit ihm gekocht wurde… Seine Zeit ist stark begrenzt, genauso wie die des Rhabarbers. Ich mag ihn immer noch, den wilden Knoblauch. Gerade weil es ihn nur ein paar Wochen im Jahr gibt.

Darum will auch immer gut überlegt sein, was man mit ihm anstellen kann: Butter, Quark, im Salat, Pesto oder eben im Spätzleteig. Spätzle gehen ja eigentlich eh immer, nur denke ich so selten an sie. Wobei die Herstellung ja wirklich nicht lange dauert.

Merke: Öfter Spätzle kochen.

Spätzle aus Dinkeldunst aus der Kunstmühle Hofmeir

Es grünt so grün… Also rein schon von der Farbe her, machen die kleinen doch richtig gute Laune!

Was ich an Spätzle so liebe: Alles. Die Anpassungsfähigkeit. Als Beilage – kein Problem. Nur Spätzle – geht genauso gut. Gerade selbstgemachte Käsespätzle mit gebräunten Zwiebeln… Ein Traum. Das liegt aber auch daran, dass es sich dabei um ein Essen aus meiner Kindheit handelt.

Meine Mutter hat immer mindestens ein Blech voll mit Spätzle für uns gemacht und dieses dann mit Käse überbacken. Dann begann der Streit. „Der hat viel mehr Käse“ – „Warum bekommt der so viele Zwiebeln und ich nicht?“
Habe ich schon erwähnt, dass ich zwei ältere Brüder habe? Den Kampf um die Spätzle gibt es heute nicht mehr – entweder schaffen wir nicht mehr so viel, oder es gibt so viele Spätzle, dass jeder satt wird. 😉

Ein einfaches Rezept für Dinkel-Spätzle mit Bärlauch.

Noch mehr grün und ein wenig dekorativer Parmesan.

Rezept

300 g Dinkeldunst
3 Eier (M)
ein großer Bund Bärlauch
etwas Wasser
eine Prise Salz

Den Bärlauch waschen, putzen und klein schneiden. Zusammen mit etwas Wasser fein pürieren. Es sollten etwa 200 ml Flüssigkeit sein.
Mit den restlichen Zutaten vermischen und zu einem zähen, nicht zu flüssigen Teig vermischen. Nebenbei einen großen Topf mit Salzwasser erhitzen und sobald das Wasser kocht zurückschalten. Dann die Spätzle portionsweise mit einem Spätzlehobel ins Wasser drücken. Kurz aufwallen lassen (ca. 3 Minuten, je nach Größe; nicht zerkochen!) und dann mit einem Schaumlöffel aus dem Wasser holen und in eine Schüssel mit kaltem Wasser zum Abschrecken geben. Danach abseihen. Mit dem restlichen Spätzleteig ebenso verfahren.

Bei mir geht es dann folgendermaßen weiter: Die Spätzle kommen auf ein Blech, darauf verteile ich ein paar Butterflöckchen. Dieses kommt dann in den vorgeheizten Backofen (160 °C, Ober- und Unterhitze). Sobald die Butter geschmolzen ist, werden die Spätzle gewendet. So ein paar Minuten im Ofen trocknen lassen. Dann geriebenen Käse darübergeben und schmelzen lassen. Dabei kann man noch Lust und Laune verschiedenste Sorten ausprobieren. Wir hatten noch Reste eines sehr alten Goudas (allein die Farbe!) und einen Wildkräuterkäse. Dazu passen gebräunte Zwiebeln und ein knackiger, grüner Salat.

Bärlauch-Dinkel-Spätzle mit roten Zwiebeln und Gouda.

Soulfood in psychedelischen Farben: Ja, diese Spätzle machen abhängig. 😉

Diese 300 g Dunst + weitere Zutaten reichen für 3 Personen als Hauptgericht. Und es ergibt genau ein Blech voller Spätzle. Das mit dem Backofen muss man nicht machen, man könnte auch eine große Pfanne nehmen. Allerdings tut man sich mit dem Blech leichter und man muss nicht ständig rühren.

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Annabelle

Liebt es in der Küche zu stehen, hat ein großes Herz (und einen großen Magen) für Kuchen, kocht aber auch sehr gerne (wegen des Magens, der nicht immer auf Kuchen steht ;)). Sonstiges: (Koch-)Bücher, Fotografie, Obst-& Gemüse-Anbau.

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