Eingerollt – Zwetschgenmarmelade im Hefemantel + Hefeteigtipps

Eine meiner liebsten Teigarten ist (überraschenderweise) Hefeteig. Damals, als ich ihn vor vielen Jahren zum ersten Mal mit einem Kochlöffel bearbeitet habe, ist der Funke übergesprungen. Warm und weich, mit der Hand fertig geknetet und immer wieder die Spannung, wie gut und ob er überhaupt aufgehen wird.
Einfach, oder angereichert mit Butter, Milch, Ei und Zucker… Gerade letztere Variante ist (leider) zu meinem Hefeteig-Favoriten avanciert. 😀 

Fluffiger Hefeteig, der einen Kern aus süß-saurer Zwetschgenmarmelade umhüllt...

Fluffiger Hefeteig, der einen Kern aus süß-saurer Zwetschgenmarmelade umhüllt…

Und er ist so wunderbar flexibel. In jeder Hinsicht. Anpassungsfähig. Einfach der bessere Mann. 😉 Spaß beiseite.
Ich habe diesen Teig jetzt schon so oft zubereitet und jedes Mal wird er wieder ein wenig anders – nicht schlechter oder so, nur sind die Bedingungen ja nie wirklich die selben, unter denen er hergestellt wird.
Zimtschnecken werden fluffig-sanft,  aber auch jede mögliche Kombination mit Frucht ist möglich (und sollte probiert werden).

Ein Hefeteig-Gebäck oder -Kuchen ist auch nicht so schwer wie eine Sahnetorte oder Ähnliches. Wobei: Die Dosis macht’s. Ein Stück Schwarzwälderkirschtorte vs. ein ganzer Hefeteiggugel mit Zwetschgenmarmelade… Aber er ist doch so klein und unschuldig?!

Ok, kommen wir lieber zum wichtigen Teil, dem Rezept.

Der Kuchen in der Gugelhupf-Form... Man sieht das Desaster nahen. :)

Der Kuchen in der Gugelhupf-Form… Man sieht das Desaster nahen. 🙂

Rezept:

300 g Dinkelmehl Type 630
ca. 125 ml Milch (lauwarm)
1/4 Würfel Hefe oder 1 TL Trockenhefe
1 Ei (S oder M) (Zimmertemperatur)
50 g Rohrohrzucker
50 g Butter (Zimmertemperatur)
eine Prise Salz

Zwetschgenmarmelade
Zimt

Milch, Zucker und Hefe vermischen. Das Mehl in eine Schüssel geben das Milch-Gemisch zugeben und unterkneten. Zwischendurch dürfen auch Ei und Butter mit in den Teig wandern. Den Teig solange kneten, bis er schön weich und glänzend ist, etwa 3 – 5 Minuten. Danach den Teig abdecken und an einem zugluftfreien und warmen Ort gehen lassen.

Ist der Teig etwa auf die doppelte Größe aufgegangen (etwa nach 30-60 Min.), nimmt man ihn aus der Schüssel und knetet ihn noch einmal gut durch. Dann kommt die Stückgare: Den Teig in die Form bringen, in der man ihn auch backen möchte. D.h. in diesem Fall ihn zu einer rechteckigen Fläche auszurollen. Diese dann mit Zwetschgenmarmelade bestreichen, mit ein wenig Zimt bestreuen und aufrollen. Nicht zuviel Marmelade nutzen, die quillt sonst nur wieder an den Seiten raus und erschwert die Trennung des Kuchens von der Form (siehe Foto).
Die dicke, mit Marmelade gefüllte Teigschlange gegengleich drehen, damit man ein schönes Muster im Teig bekommt. Dann die Enden miteinander verbinden – also einfach den Teig ein wenig zusammendrücken – es entsteht ein Ring. Vorsichtig in eine gut (!) ausgebutterte Gugelhupf-Form geben und noch einmal gehen lassen (wieder zwischen 30 und 60 Minuten).
Man kann die Zeit auch ein wenig verkürzen, indem man den Gugelhupf in den kalten Ofen stellt. Dann die Temperatur auf 180°C Ober- und Unterhitze stellen. Der Teig bekommt so die Möglichkeit in der Wärme noch einmal zu gehen. Oder: Den Kuchen ganz normal gehen lassen, den Ofen vorheizen und sobald dieser die Temperatur erreicht hat den Hefeteig hineingeben.
Etwa 50 Minuten backen, dabei immer wieder kontrollieren, ob er an der Oberseite nicht zu dunkel wird. Aus dem Ofen nehmen und in der Form abkühlen lassen. Irgendwie aus der Form wieder herausbekommen und genießen. 🙂

Anmerkung: Ganz allgemein kann man sagen: Je weniger Hefe man für einen  Teig nimmt, desto mehr Zeit sollte man ihm geben. Zuviel Hefe schmeckt man aus dem Teig heraus, darum versuche ich immer weniger Hefe für mein Gebäck zu nutzen und mir einfach die Zeit zu nehmen, ihn lange genug gehen zu lassen. Ideal sind für die Hefe 30-40°C, darüber wird es ihr zu heiß und sie stirbt ab. Darum heize ich meinen Backofen meist auf 50°C vor, gebe den Hefeteig (abgedeckt, in einer Schüssel) in den Ofen und schalte diesen wieder aus.
Eine weitere Optione ist, den Teig kalt gehen zu lassen, d.h. die Teiggare findet im Kühlschrank statt. Die Temperaturen verlangsamen das Wachstum der Hefebakterien, weswegen dieser Vorgang auch länger dauert.

 

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Annabelle

Liebt es in der Küche zu stehen, hat ein großes Herz (und einen großen Magen) für Kuchen, kocht aber auch sehr gerne (wegen des Magens, der nicht immer auf Kuchen steht ;)). Sonstiges: (Koch-)Bücher, Fotografie, Obst-& Gemüse-Anbau.

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