Schnelle Plätzchen: pseudo-Marzipankartoffeln

Wer mich kennt, weiß, wie wenig ich mit Marzipan anfangen kann. Ich mag auch keine Sahnetorten. Ja, ich bin komisch. Aber überlegt doch mal: Da bleibt mehr für euch übrig. 😉

Darum ist in diesem Rezept auch kein Marzipan zu finden. Denn: Es ist wieder einmal ein Rezept von meiner Oma. Die mit dem Grießkuchen, den Baunkerln (Oma versteht da was anderes drunter… bei uns sind das keine Fingernudeln) und vielen mehr. Einer ihrer Weihnachtsklassiker sind die Marzipankartoffeln. Lange Zeit dachte ich, es handle sich wirklich um Marzipan. Bis ich vor einigen Jahren selbst diese Kartoffeln basteln wollte. Und: Überraschung.

Kriegsmarzipan mit Dinkelvollkorngrieß

So sehen die fertigen Kartoffeln aus. Natürlich in Kakao gewälzt, für die erdige Farbe.

Die Kugeln bestehen aus Grieß, Butter, Zucker und Aroma. Also kein richtiges Marzipan aus Mandeln, sondern das sogenannte Kriegsmarzipan. Ich frage mich, wie gerade dieses Rezept die Zeit überstehen konnte, wo doch so vieles, was es in den 40ern und 50ern zu Essen gab in Vergessenheit geriet. Steckrüben beispielsweise. (Ok, sooo alt ist die Oma nicht, dass sie den Steckrübenwinter ’16/’17 erlebt hätte. Aber ihr wisst was ich meine.) Die kleinen süßen Kugeln haben es aber geschafft. (Ok, blöder Vergleich, Steckrüben vs Süßkram.)

Die Oma hatte aber wohl auch nicht immer Lust auf die Marzipankartoffeln, was man an deren Größe feststellen durfte. 😉 Die lagen dann auch immer ganz unten im Plätzchenteller und man musste graben, um sie zu finden. Wie bei echten Kartoffeln eben. 🙂

Dinkel Grieß aus der Kunstmühle Hofmeir

Wie die Kartoffeln in der Erde drängen sich die kleinen Kugeln in der Schale.

Rezept

250 g Puderzucker, gesiebt
80 g Butter
3 EL Milch
1 Bittermandelaroma
1 Rumaroma
250 Dinkelvollkorngrieß oder Weichweizen, ich hab beides getestet

Kakao

Butter und Milch anwärmen und mit den anderen Zutaten, bis auf den Kakao vermischen. Für 30 Minuten in den Kühlschrank stellen. Dann kleine Nockerl mit einem Teelöffel abstechen und zu Kugeln rollen. Ist der Teig zu brüchig kann man noch ein wenig Milch zugeben. Die Kugeln auf einem Teller lagern und dann in eine Schüssel mit Kakao geben. Darin wälzen, bis keine freie Stelle mehr zu erkennen ist. Fertig sind die pseudo-Marzipankartoffeln. Kühl lagern und wie Pralinen genießen. Und immer dran denken: Sie haben wesentlich weniger Kalorien als normale Pralinen. 😉

Kleiner und runder als die von der Oma… einfach weniger kartoffelig. 😉

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Annabelle

Liebt es in der Küche zu stehen, hat ein großes Herz (und einen großen Magen) für Kuchen, kocht aber auch sehr gerne (wegen des Magens, der nicht immer auf Kuchen steht ;)). Sonstiges: (Koch-)Bücher, Fotografie, Obst-& Gemüse-Anbau.

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