Italienischer Klassiker für laue Sommerabende: Grissini

Zugegeben: Die Idee klingt auf den ersten Blick ein wenig absurd. Grissini selbst machen? Öhm… Also ich hätte da auch noch Bügelwäsche, Staubsaugen wäre mal wieder nicht schlecht und der Papiermüll müsste auch raus.

Eben. Genau deswegen. Grissini entschleunigen den Alltag. Am Abend kann der Teig hergestellt werden und am nächsten Tag geht’s los mit der Entspannung. Klingt komisch? Ist aber so. 😉 Ich habe zu Beginn auch meine Zweifel gehabt. Allerdings konnten diese nach einer knappen Stunde und der Ankunft im Grissini-Himmel wieder verworfen werden.

Stück für Stück wird vom Teig abgenommen und dann zu einem langen, dünnen Teigstäbchen (sieht eher aus wie ein Ast) gerollt. Eines nach dem Anderen. Auf’s Blech legen, für 10 Minuten backen, aus dem Ofen nehmen, abkühlen lassen, genießen. Und dann mantraartig wiederholen. Quasi Yoga für die Finger, Entschleunigung für den Geist. Eine einfache Übung (Arbeit) ständig wiederholen. Bis kein Teig mehr da ist.

Grissini mit Hartweizengrieß aus der Kunsmühle in Fahlenbach

Fertige Grissini auf dem Blech aufgereiht. Gewürzt mit Za’atar, einer Mischung aus dem Nahen Osten.

Was ich besonders schön finde: der rustikale Look der Brotstängelchen. Wollte ich ein Grissini wie das andere, würde ich sie mir kaufen. So kann ich jedes einzelne bewundern und mir meine Gedanken zur Optik machen.

Bemerkenswert finde ich wieder einmal die Vielfältigkeit. Kräuter oder Gewürze eignen sich hervorragend, um die Grissini darin zu wälzen. Ganz schlicht sind sie aber auch nicht zu verachten – so passen sie sich einem möglichen Belag besonders gut an.

Mehl aus der Kunstmühle Hofmeir

Mit einfachen Zutaten eine nette, kleine Antipasti-Platte gestalten. Die selbstgemachten Grissini stechen da natürlich besonders hervor.

Rezept

100 g Weizenmehl Type 550
300 g Hartweizengrieß
1 TL Salz
10 g Hefe
200 ml Wasser (plus ein wenig)

Die Hefe im Wasser auflösen und diese Mischung dann mit Mehl, Grieß und Salz verkneten. 5 Minuten kneten, dann etwa 45 Minuten lang bei Zimmertemperatur gehen lassen. Über Nacht in den Kühlschrank geben.

Am nächsten Tag den Teig kurz durchkneten und dann mit einer Teigkarte kleine Stücke abstechen. Diese dann zwischen den Händen oder auf einer leicht bemehlten (begrießten) Abreitsfläche dünn ausrollen. Ich mag sie am liebsten ganz dünn, wie ein vertrockneter Zweig. Achtung: Keine zu langen Grissini produzieren, außer sie werden sofort verzehrt. Ansonsten könnte es schwierig mit der Aufbewahrung werden. Ich spreche aus Erfahrung. 😉

Die Grissini auf ein mit Backpapier belegtes Blech legen und 15 Minuten gehen lassen. Bei 200 °C (Ober- und Unterhitze) zwischen 7 – 10 Minuten backen. Sie sollten leicht braun sein. Je trockener, desto besser lassen sie sich (fest in einer Dose verschlossen) aufbewahren. (Eine ganz fest verschlossene Dose ist deswegen wichtig, weil man sich sonst im vorbeigehen immer wieder an den Grissini bedienen wird. Außerdem ziehen sie sonst Wasser. Ungut.)

Grieß und Mehl aus Fahlenbach

So sehen die Grissini ungebacken aus – ein wenig blass. Aber das wird noch. 🙂

Mein Tipp: Nicht zu eng legen, sonst kleben sie zusammen. Manchmal kann man sie dann im gebackenen Zustand lösen, manchmal hat man dann aber auch die Hände voller Grissini-Teile. Nichts für die Gäste, aber der Bruchstückverursacher freut sich. 🙂

Zwischendurch darf man sich dann auch eine Olive klauen. Nicht nur die Grissini. 🙂

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Annabelle

Liebt es in der Küche zu stehen, hat ein großes Herz (und einen großen Magen) für Kuchen, kocht aber auch sehr gerne (wegen des Magens, der nicht immer auf Kuchen steht ;)). Sonstiges: (Koch-)Bücher, Fotografie, Obst-& Gemüse-Anbau.

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